Internationale Kriege und Konflikte

Nach dem Ende des Kalten Krieges wer­den Angriffs- und Stel­lvertreterkriege nicht mehr zur Eindäm­mung der Aus­bre­itung des Kom­mu­nis­mus geführt, son­dern zur Bekämp­fung des Ter­ror­is­mus. Dieses Nar­ra­tiv wird den Men­schen allabendlich in Nachricht­en­for­mat­en und poli­tis­chen Talk­show-Sendun­gen von ARD und ZDF sowie in sämtlichen führen­den Print­me­di­en und pri­vat­en Fernsehsendern vorge­betet. Das Nar­ra­tiv lautet sin­ngemäß unge­fähr so: „Obwohl die NATO das größte und schlagkräftig­ste Mil­itär­bünd­nis der Welt ist, wollen religiöse islamistis­che Fanatik­er unsere gesellschaftliche Ord­nung unter­laufen und führen deshalb ter­ror­is­tis­che Atten­tate sowohl bei uns als auch in ihren Heimatlän­dern durch, um let­z­tendlich einen weltweit­en Gottesstaat zu etablieren. Ihre Ide­olo­gie ist eine anachro­nis­tis­che, mit­te­lal­ter­liche Inter­pre­ta­tion ihrer Reli­gion, die in kein­er Weise mit unser­er mod­er­nen, aufgek­lärten und frei­heitlichen west­lichen Lebens­form im Ein­klang ste­ht. Das gibt uns das qua­si natür­liche Recht, uns zu wehren und die Gefahr auch an ihrem Ursprung zu bekämpfen.“

Diese inhaltliche Klam­mer, die von den west­lichen Main­stream-Medi­en um die inter­na­tionalen Kriege und Kon­flik­te seit Beginn des 21. Jahrhun­derts geset­zt wird, sorgt dafür, dass sich ein Großteil unser­er Bevölkerung kaum noch genauer über die tat­säch­lichen Gründe für die Kriege und deren Legit­im­ität informiert. Macht man dies näm­lich, stellt man Erschreck­endes über den Zus­tand der west­lichen Regierun­gen und deren Recht­sauf­fas­sung fest. Die Inva­sion des Iraks 2003, welche maßge­blich von den Regierun­gen der USA und Großbri­tan­niens zu ver­ant­worten war, ist unbe­strit­ten ein Kriegsver­brechen. Es han­delte sich um einen Angriff­skrieg, der nicht durch den UN-Sicher­heit­srat legit­imiert war und daher einen Bruch des Völk­er­rechts darstellt. Die Gründe für den Krieg, welche der inter­na­tionalen Öffentlichkeit von der US-Regierung präsen­tiert wur­den, haben sich hin­ter­her alle­samt als gefälscht erwiesen. Der Irak ver­fügte nicht über Massen­ver­nich­tungswaf­fen und stand nicht in irgen­dein­er Form in Verbindung mit dem inter­na­tionalen Ter­ror­net­zw­erk Al Qai­da. Tat­säch­lich wussten zumin­d­est die Geheim­di­en­ste der USA und Großbri­tan­niens dies bere­its schon vor dem Krieg (vgl. ZDF-Doku­men­ta­tion „Es begann mit ein­er Lüge“ — https://www.youtube.com/watch?v=x7DH1rWXYoY). Zu diesem Schluss kommt auch der Abschluss­bericht ein­er Unter­suchungskom­mis­sion der britis­chen Regierung, der zwis­chen 2009 und 2016 die Rolle des Lan­des im Irakkrieg und die öffentliche Begrün­dung für den Krieg­sein­tritt analysiert hat (vgl. Chilcot-Bericht – https://de.wikipedia.org/wiki/Chilcot-Bericht). Man muss bei der Pla­nung und Durch­führung des Irakkrieges also logisch zwin­gend von ein­er Ver­schwörung aus­ge­hen.

Eine Ver­schwörung ist die Pla­nung und Durch­führung eines Ver­brechens von min­destens zwei Per­so­n­en. Ver­schwörun­gen zur Durch­set­zung poli­tis­ch­er Inter­essen hat es von Anbe­ginn der Men­schheits­geschichte gegeben und gel­ten als anthro­pol­o­gis­che Kon­stante (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Verschw%C3%B6rung). In diesem Fall haben ver­ant­wortliche Per­so­n­en an höch­ster Stelle bewusst ein Kriegsver­brechen mit hun­dert­tausenden irakischen zivilen Opfern geplant und durchge­führt. Dies ist ein unbe­stre­it­bar­er Fakt. Die einzige offene Frage ist lediglich, wer genau ver­ant­wortlich ist. Die damals zuständi­gen Poli­tik­er wie George W. Bush, Dick Cheney, Don­ald Rums­feld und Tony Blair behaupten, sie seien von ihren Geheim­di­en­sten falsch informiert wor­den, obwohl sie deren äußerst frag­würdi­gen The­sen in der Öffentlichkeit wie unum­stößliche Fak­ten dargestellt haben. Die Geheim­di­en­ste behaupten wiederum, ihre Erken­nt­nisse seien von den jew­eili­gen Regierun­gen in den USA und Großbri­tan­nien aufge­bauscht wor­den (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Begr%C3%Bcndung_des_Irakkriegs). Wie dem auch sei, obwohl der mögliche Täterkreis sehr klein ist, bleibt eine rechtliche Aufk­lärung des Kriegsver­brechens auch unter nach­fol­gen­den Regierun­gen aus. Keine einzige Per­son wurde wed­er auf der Seite der Poli­tik noch auf der Seite der Geheim­di­en­ste für den Massen­mord an irakischen Zivilis­ten zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen, und das, obwohl die Akteure unter strenger Auf­sicht der ober­sten demokratis­chen Gremien ste­hen. Dies wiederum deutet darauf hin, wie effek­tiv und wie weitre­ichend die Ver­schwörung ist und wie wenig wir derzeit generell sämtlichen Regierun­gen der USA und Großbri­tan­niens trauen kön­nen.

Doch auch bei dem Angriff auf Afghanistan 2001 han­delte es sich um ein Kriegsver­brechen, da eine Legit­imierung des UN-Sicher­heit­srates fehlte und die Kriegs­gründe kein­er rechtlichen Über­prü­fung stand­hal­ten. Das war auch den Entschei­dungsträgern sämtlich­er NATO-Staat­en inklu­sive Deutsch­land, die sich an dem Angriff­skrieg beteiligten, zum dama­li­gen Zeit­punkt bekan­nt. Das Aus­maß und die Effizienz der Ver­schwörung muss dem­nach noch viel größer sein. Fak­tisch haben alle poli­tis­chen Ver­ant­wortlichen der west­lichen Welt beschlossen, ein Kriegsver­brechen mit zehn­tausenden afghanis­chen zivilen Opfern zu bege­hen und ihre jew­eili­gen Bevölkerun­gen darüber zu täuschen.

Wer jet­zt glaubt, das Max­i­mum der möglichen krim­inellen Machen­schaften des Kerns der Ver­schwörung, welch­er entwed­er bei den Ver­ant­wortlichen der US-Regierung, der US-Geheim­di­en­ste oder bei bei­den zu verorten ist, sowie deren Reich­weite voll­ständig erfasst zu haben, der hat sich noch nicht näher mit den Hin­ter­grün­den und den Abläufen der Anschläge des 11. Sep­tem­bers 2001 in New York und Wash­ing­ton befasst. Zugegeben fällt dieser Schritt auch sehr schw­er, denn hier wurde der Öffentlichkeit von der US-Regierung mit Unter­stützung der west­lichen Main­stream-Medi­en ein Denk- und Infor­ma­tionsver­bot aufer­legt, das sin­ngemäß unge­fähr so lautet: „Wer sich ern­sthaft kri­tisch mit den Ereignis­sen rund um die Anschläge vom 11. Sep­tem­ber 2001 beschäftigt, ist ein para­noi­der, generell nicht ver­trauenswürdi­ger und an geistiger Gesund­heit man­gel­nder Men­sch, denn an der offiziellen Ver­sion der US-Regierung gibt es keinen einzi­gen Zweifel. Jed­er hat doch gese­hen, wie die Flugzeuge in das World Trade Cen­ter geflo­gen sind.“

Ich stelle die Frage ein­mal anders herum: Was ist eigentlich so ver­w­er­flich daran, sich näher mit einem der größten Ver­brechen des 21. Jahrhun­derts zu beschäfti­gen, das seit mehr als einem Jahrzehnt zu weltweit­en Kriegen mit mehr als ein­er Mil­lio­nen Opfer geführt hat? Was macht eine US-Regierung, die bere­its einen Monat nach den Anschlä­gen einen völk­er­rechtswidri­gen Angriff­skrieg gegen Afghanistan durchge­führt hat, so ver­trauenswürdig? Wenn tat­säch­lich an der offiziellen Ver­sion der Anschläge keine Zweifel beste­hen, warum muss man dann seine Rep­u­ta­tion als leut­seliger Men­sch aufs Spiel set­zen, wenn man sich kri­tisch damit auseinan­der­set­zen will?

9/11 ist der zen­trale Dreh- und Angelpunkt des Krieges gegen den Ter­ror. Zwei Angriff­skriege ein­er inter­na­tionalen Gemein­schaft mit dauer­hafter Beset­zung der Län­der sowie zahlre­iche weit­ere Mil­itärein­sätze und Ein­schränkun­gen per­sön­lich­er Frei­heit­en in den west­lichen Län­dern wur­den damit öffentlich begrün­det. In ein­er frei­heitlich demokratis­chen Gesellschaft sollte über dieses Ereig­nis daher so offen, trans­par­ent und kri­tisch berichtet und disku­tiert wer­den wie zum Beispiel über die Ein­führung des Videobe­weis­es bei Fußball­spie­len. Stattdessen müssen ganze Staat­en damit rech­nen, zur Zielscheibe US-amerikanis­ch­er Wirtschaftssank­tio­nen oder gar Mil­itärak­tio­nen zu wer­den, wenn sie der offiziellen Ausle­gung von 9/11 und deren Kon­se­quen­zen nicht wil­len­los fol­gen, wie die Dro­hung George W. Bushs unzweifel­haft klar­ma­cht: „Either you are with us, or you are with the ter­ror­ists.“ (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=-qdvm6h8WKg).

Ich kann mir keinen ver­nun­ft­be­gabten Men­schen vorstellen, der sich unvor­ein­genom­men und ern­sthaft mit den Analy­sen und Unter­suchun­gen von Expertenor­gan­i­sa­tio­nen wie Archi­tects & Engi­neers for 9/11 Truth und Pilots for 9/11 Truth (vgl. https://www.ae911truth.org/, http://pilotsfor911truth.org/) sowie der mul­ti­me­di­alen Zusam­men­fas­sung des Filmemach­ers Mas­si­mo Maz­zuc­co „The New Pearl Har­bor“ (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=fPJ9IKmU4wc) auseinan­der­set­zt und danach noch immer vol­lkom­men davon überzeugt ist, dass es keine Zweifel an dem offiziellen Abschluss­bericht der 9/11-Kom­mis­sion gibt. Im Gegen­teil, erst wer in der Lage ist, den gesamten Krieg gegen den Ter­ror als eine gigan­tis­che Kriegslüge zu erfassen und sich von den emo­tion­al stark belade­nen Bildern des Anschlags inklu­sive hochk­om­mender Angst- und Rachege­füh­le zu befreien, kann sich unvor­ein­genom­men mit alter­na­tiv­en und ratio­nal viel plau­si­bleren Begrün­dun­gen für die Angriffs- und Stel­lvertreterkriege in Europa und Asien beschäfti­gen.

Kriegs­grund Öl und Gas

Die USA ver­brauchen weltweit mit einem Anteil von 19,5 % am Welt­ge­samtver­brauch das meiste Erdöl, obwohl sie nur 4,4 % der Welt­bevölkerung stellen (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l/Tabellen_und_Grafiken#Verbrauch_nach_L%C3%A4ndern). Mit 5,81 Ton­nen Öläquiv­a­lent pro Kopf und Jahr hat die Region Nor­dameri­ka (USA, Kana­da, Mexiko) den höch­sten rel­a­tiv­en Primären­ergie­ver­brauch auf der Welt (vgl. http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52758/verbrauch-pro-kopf). Die USA haben 2017 abso­lut 2.234,8 Mil­lio­nen Ton­nen Öläquiv­a­lent an Primären­ergie ver­braucht. Den höch­sten Anteil an diesem Ver­brauch hat das Erdöl (40,87 %), gefol­gt von Erdgas (28,45 %), Kohle (14,86 %) und Kernen­ergie (8,58 %). Wasserkraft und erneuer­bare Energien machen ger­ade ein­mal 7,24 % aus. Die Steigerung der Energieerzeu­gung aus erneuer­baren Energien und Wasserkraft zwis­chen 2014 und 2017 in den USA lag bei 35,8 Mio. t Öläquiv­a­lent. Mit­tel­fristig kann man also nicht davon aus­ge­hen, dass die fos­silen Energi­eträger an Bedeu­tung ver­lieren wer­den. Im Gegen­teil, denn die Steigerung des Erdölver­brauchs zwis­chen 2014 und 2017 in den USA lag bei 75,2 Mio. t (vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/42383/umfrage/usa—primaerenergieverbrauch-ausgewaehlter-brennstoffe-in-millionen-tonnen-oelaequivalent/).

Die drei mit Abstand größten Erdölförder­län­der der Welt sind Sau­di-Ara­bi­en (585,7 Mio. t pro Jahr), Rus­s­land (554,3 Mio. t pro Jahr) und die USA (543,0 Mio. t pro Jahr). Es fol­gen die Län­der Irak (218,9 Mio. t pro Jahr), Kana­da (218,2 Mio. t pro Jahr) und Iran (216,4 Mio. t pro Jahr). Venezuela, in dem die größten Erdöl­re­ser­ven ver­mutet wer­den, liegt mit 124,1 Mio. t pro Jahr nur auf Platz 11 (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l/Tabellen_und_Grafiken#Nach_L%C3%A4ndern). Allein aus diesen Zahlen kann man bere­its erken­nen, dass die USA bere­its jet­zt mehr als ein Drit­tel ihres Erdölbe­darfs importieren müssen. Doch beim Erdöl sind nicht nur die För­der­men­gen ein wichtiger Fak­tor, son­dern auch die Förderkosten und Reser­ven.

Die Län­der mit den gün­stig­sten Pro­duk­tion­skosten pro Fass Öl sind Sau­di-Ara­bi­en (8,98 $), Iran (9,08 $) und Irak (10,57 $). Die Kosten in Rus­s­land (19,21 $), den USA (20,99 $ bzw. 23,35 $ für Frack­ing-Öl) und Kana­da (26,64 $) sind bere­its z.T. mehr als dop­pelt so hoch. In Venezuela liegen die Kosten für die Pro­duk­tion von einem Fass Öl, nicht zulet­zt wegen ver­staatlichter Förderun­ternehmen und einem hohen Anteil an Steuern, mit 27,62 $ bere­its dreimal so hoch wie in Sau­di-Ara­bi­en (vgl. http://graphics.wsj.com/oil-barrel-breakdown/). Die Län­der mit den größten Erdöl­re­ser­ven sind Venezuela (47.000 Mio. t), Sau­di-Ara­bi­en (36.600 Mio. t), Kana­da (27.600 Mio. t), Iran (21.800 Mio. t), Irak (20.600 Mio. t) und Rus­s­land (15.000 Mio. t). Die USA ver­fü­gen nur noch über 5.800 Mio. t an Erdöl­re­ser­ven (Stand 2016), welche mit ein­er Förder­rate von aktuell 543 Mio. t pro Jahr spätestens 2027 aufge­braucht sein wer­den (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l/Tabellen_und_Grafiken#Reserven_nach_L%C3%A4ndern).

Ähn­lich sieht es beim Erdgas, dem zweitwichtig­sten Energi­eträger der USA, aus. Die bei weit­em größten Erdgas­förder­län­der sind die Vere­inigten Staat­en (734,5 Mill. Kubik­me­ter pro Jahr) und Rus­s­land (635,6 Mill. Kubik­me­ter pro Jahr), gefol­gt vom Iran (223,9 Mill. Kubik­me­ter pro Jahr) und Kana­da (176,3 Mill. Kubik­me­ter pro Jahr) (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Erdgas/Tabellen_und_Grafiken#Nach_L%C3%A4ndern). Die USA sind mit 778,6 Mill. Kubik­me­ter pro Jahr zugle­ich auch die größten Erdgasver­brauch­er der Welt, gefol­gt von Rus­s­land (437,9 Mill. Kubik­me­ter pro Jahr), Chi­na (204,0 Mill. Kubik­me­ter pro Jahr) und Iran (200,8 Mill. Kubik­me­ter pro Jahr) (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Erdgas/Tabellen_und_Grafiken#Verbrauch_nach_L%C3%A4ndern). Die größten Erdgas­re­ser­ven befind­en sich in Rus­s­land (47.777 Mill. Kubik­me­ter), im Iran (33.721 Mill. Kubik­me­ter) und in Katar (24.073 Mill. Kubik­me­ter). Die USA ver­fü­gen lediglich noch über Reser­ven von 8.714 Mill. Kubik­me­ter (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Erdgas/Tabellen_und_Grafiken#Reserven_nach_L%C3%A4ndern). Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, dass die USA nicht nur ihre gesamte Erdgas­förderung sel­ber ver­brauchen, son­dern bei der derzeit­i­gen Förder­rate ihre Reser­ven spätestens 2028 aufge­braucht haben wer­den.

Die USA, ein Land, dessen Energiev­er­sorgung zu fast 70 % vom Erdöl und Erdgas abhängt und dessen Erdgas­re­ser­ven sowie dessen teuer zu fördern­den Erdöl­re­ser­ven in weniger als ein­er Dekade vol­lkom­men erschöpft sein wer­den, greifen im Jahr 2003 den Irak an, ein Land, dessen Erdöl­re­ser­ven fast vier Mal höher liegen und um die Hälfte gün­stiger zu fördern sind; und die Kon­sumenten von west­lichen Main­stream-Medi­en sollen glauben, es gehe dabei um die Befreiung des irakischen Volkes von einem bösen Dik­ta­tor, der zuvor von den USA auch noch mit Waf­fen und Geld unter­stützt wurde? Kann dieses Nar­ra­tiv vor dem Hin­ter­grund der harten ökonomis­chen Fak­ten und der immensen Kriegskosten auch nur halb­wegs glaub­haft sein? Wären Leit- und Main­stream-Medi­en tat­säch­lich die vierte Gewalt in unseren Demokra­tien, würde jedes Kind die ökonomis­chen Fak­ten hin­ter den Kriegen der USA ken­nen. Stattdessen demon­stri­eren erwach­sene Men­schen seit Jahren in deutschen Großstädten gegen den Unter­gang des Abend­lan­des, weil sie den selt­samen Nar­ra­tiv­en des Main­streams glauben.

Aus den harten Zahlen kann man noch mehr her­ausle­sen als eine plau­si­ble Erk­lärung der ver­gan­genen Kriege. Auch das derzeit­ige Säbel­ras­seln der USA gegenüber vere­inzel­ten Staat­en sowie zukün­ftige Regime-Changes und Angriff­skriege wer­den damit erk­lär­bar bzw. vorherse­hbar. Die Regierun­gen der Län­der Iran und Venezuela wer­den seit Jahrzehn­ten, im Falle Irans bere­its seit einem Jahrhun­dert, vom West­en manip­uliert, diskred­i­tiert, isoliert und sank­tion­iert. Kommt es in den näch­sten Jahren auf­grund des Druck­es der USA in diesen bei­den Län­dern nicht zu einem Regime-Change, ist ein Angriff­skrieg und eine Beset­zung dieser Län­der äußerst wahrschein­lich. Im Falle Venezue­las wurde ein Ein­marsch von der US-Regierung unter Don­ald Trump bere­its ern­sthaft erwogen.

Kriegs­grund geostrate­gis­che Ziele

Län­der wie Ser­bi­en, Syrien und die Ukraine ver­fü­gen über nur geringe Boden­schätze, waren und sind jedoch in den let­zten zwei Jahrzehn­ten Schau­plätze von Angriffs- und Stel­lvertreterkriegen. Diese Län­der haben die Gemein­samkeit, dass sie zu den Ein­flussge­bi­eten Rus­s­lands gehören.

Neben der Energiev­er­sorgung ist das wichtig­ste Ziel ein­er Super­ma­cht, eine weit­ere Super­ma­cht neben sich zu ver­hin­dern oder einzudäm­men. Wie bere­its für das britis­che Empire wäre eine Super­ma­cht auf dem eura­sis­chen Kon­ti­nent mit der größten zusam­men­hän­gen­den Land­masse, den größten Reser­ven an fos­silen Energien und son­stiger Boden­schätze sowie den meis­ten Bewohn­ern für die USA fatal. Das wichtig­ste außen­poli­tis­che Ziel der Vere­inigten Staat­en nach dem Zweit­en Weltkrieg war daher die Eindäm­mung des Ein­flussge­bi­etes Rus­s­lands und Chi­nas (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Geopolitik#Angloamerikanische_Geopolitik). Die Stel­lvertreterkriege in Chi­na (1945–1949), Korea (1950–1953), Viet­nam (1964–1975) und in Afghanistan (1979–1989) sowie der Jom-Kip­pur-Krieg (1973) erfahren mit dieser Erk­lärung eine plau­si­ble his­torische Einord­nung. Die Ver­teufelung und Bekämp­fung des Kom­mu­nis­mus musste zu diesen Zeit­en genau­so als Kriegslüge für die geostrate­gis­chen Ziele der USA hin­hal­ten wie heute der islamistis­che Ter­ror­is­mus.

Der Krieg gegen Ser­bi­en (1999) sowie die Stel­lvertreterkriege in Syrien (seit 2011) und in der Ukraine (seit 2014) sind nur eine Fort­führung der Ver­fol­gung geostrate­gis­ch­er Ziele der USA auf dem eura­sis­chen Kon­ti­nent. Ser­bi­en und die Ukraine sind rus­sophile Län­der, die kul­turell bzw. von der Abstam­mung großer Teile der Bevölkerung her eng mit Rus­s­land ver­bun­den sind (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Russophilie). In Sewastopol auf der ukrainis­chen Hal­binsel Krim befind­et sich der Heimath­afen und Haupt­stützpunkt der rus­sis­chen Schwarzmeer­flotte (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzmeerflotte). Die Beziehun­gen zwis­chen Syrien und Rus­s­land reichen zurück bis in die Zeit der Grün­dung Israels. In Syrien existiert eine kleine rus­sis­che Marineba­sis, die zur Betankung und Ver­sorgung der rus­sis­chen Schwarzmeer­flotte im Mit­telmeer dient (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Marinebasis_Tartus#Russische_Marinebasis).

Im west­lichen Main­stream wird das rus­sis­che Engage­ment in Syrien und der Ukraine als neue außen­poli­tis­che Offen­sive Rus­s­lands dargestellt. His­torisch betra­chtet bedeuten die NATO-Oster­weiterung, die völk­er­rechtswidri­gen Waf­fen­liefer­un­gen an Assad-Geg­n­er in Syrien durch die USA und weit­ere NATO-Staat­en sowie die Unter­stützung des Putsches in der Ukraine durch die USA und die EU jedoch eine Zurück­drän­gung rus­sis­chen Ein­flusses auf dem eura­sis­chen Kon­ti­nent, also das genaue Gegen­teil. Rus­s­land befind­et sich derzeit in der Defen­sive sein­er Ein­flussge­bi­ete.

Da die USA bestrebt sind, weit­er­hin die Rolle der einzig verbleiben­den Super­ma­cht auf dem Plan­eten einzunehmen und diese auch noch auszubauen, wird sich auch an deren geostrate­gis­chen Zie­len wenig ändern. Sie wer­den weit­er­hin ver­suchen, die Ein­flussge­bi­ete von poten­tiellen Super­mächt­en wie Rus­s­land, Chi­na und die Europäis­che Union zu schmälern bzw. klein zu hal­ten sowie eine Allianz unter diesen zu ver­hin­dern. Die europäis­chen Staat­en sind fast aus­nahm­s­los über die NATO, weitre­ichende Han­delsabkom­men, inten­sive wirtschaftliche Ver­flech­tun­gen sowie Lob­by­or­gan­i­sa­tio­nen, die bis in die Führungse­ta­gen der Poli­tik und von Medi­en- und Indus­trie­un­ternehmen reichen, eng an die USA gebun­den. Mit Rus­s­land und Chi­na sind hinge­gen weit­ere Stel­lvertreterkriege zu erwarten, zum Beispiel im Iran, in Nord­ko­rea oder auf dem afrikanis­chen Kon­ti­nent.

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